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Nach Kampfmittel-Sondierungen: Fachleute überprüfen Verdachtspunkte an geplanten Schulstandorten in Seelze-Süd und Harenberg

Die vorbereitenden Arbeiten für die geplanten Grundschul-Neubauten in Seelze-Süd und Harenberg kommen voran. An beiden vorgesehenen Standorten werden Beschäftigte eines beauftragten Betriebes den Boden ab Montag, 21. Juni, an zahlreichen Punkten auf Kampfmittel untersuchen.

Schon in den vergangenen Wochen hatten die Fachleute auf beiden Flächen die bei solchen Bauvorhaben üblichen Kampfmittelsondierungen vorgenommen. Auf dem westlich von Seelze-Süd gelegenen Grundstück, das für den dortigen Neubau der Grundschule vorgesehenen ist, bestimmten sie unter anderem mithilfe eines Spezialfahrzeugs 604 sogenannte Anomalien. Auf der Brachfläche am westlichen Ortsausgang von Harenberg als geplantem neuem Grundschul-Standort hatten sie insgesamt 215 dieser Anomalien festgestellt.
„Grundsätzlich können diese Anomalien sehr viele Ursachen haben“, erläutert Stadtsprecher Carsten Fricke. „Dennoch ist nicht auszuschließen, dass sich dort auch Blindgänger oder andere Kampfmittel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs befinden. Daher muss jeder dieser Verdachtspunkte gehoben werden, um Gefahren vor dem Beginn der Bauarbeiten bestmöglich auszuschließen“, betont er. Da die meisten der festgestellten Anomalien in einer Tiefe von lediglich bis zu 50 Zentimetern verortet seien, könnten in diesen Fällen einfache Handschachtungen erfolgen. Tiefer liegende Verdachtspunkte würden dagegen meist mit Hilfe eines kleinen Baggers gehoben.
Um diese Arbeiten zu unterstützen, haben Beschäftigte des städtischen Betriebshofs die beiden Brachflächen am Donnerstagvormittag gemäht. „Aufgrund der Vorgaben des Artenschutzes hat die Stadt Seelze die Flächen zuvor eingehend auf Wildtiere und insbesondere auf deren Nachwuchs überprüfen lassen. Dafür kam unter anderem die Drohne der Freiwilligen Feuerwehr mit einer Wärmebildkamera zum Einsatz“, sagt Carsten Fricke. Im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung zudem Seelzes ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten Willi Raabe in die Planungen mit einbezogen. Er war bei Kontrolle der Flächen mithilfe der Drohne sowie bei den direkt anschließenden Mäharbeiten vor Ort.
Die nun folgenden Untersuchungen der Flächen werden voraussichtlich in Seelze Süd beginnen und dort rund zwei Wochen andauern. Anschließend sollen die Arbeiten in Harenberg starten, die rund eine Woche in Anspruch nehmen dürften. Für den Fall eines Fundes eines Blindgängers oder anderer Kampfmittel hat die Stadt Seelze bereits Vorkehrungen getroffen und Sicherheitsbereiche für mögliche Straßensperrungen und Evakuierungen umliegender Wohngebiete eingerichtet. „Diese Pläne werden wir aber hoffentlich in der Schublade lassen können“, sagt Carsten Fricke
Zuletzt waren derartige Vorkehrungen im Juli und im September 2019 im Seelzer Stadtgebiet erforderlich. Damals untersuchten Fachleute jeweils mehrere Verdachtspunkte auf den städtischen Friedhöfen in Seelze und in Harenberg. Auf beiden Flächen stellten die Experten jedoch keine Kampfmittel fest und konnten daher Entwarnung geben.