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Krieg in der Ukraine: Die Stadt Seelze richtet zentrale Kontaktstelle für Fragen ein

Angesichts des Krieges in der Ukraine gibt es auch in Seelze eine große Hilfs- und Spendenbereitschaft. Die Stadt Seelze verzeichnet bereits vereinzelte Ankünfte und private Aufnahmen von ersten Geflüchteten aus den Kriegsgebiet. Um konkrete Fragen der Seelzerinnen und Seelzer zu diesen Themen zu beantworten und über aktuelle Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren, hat die Stadtverwaltung eine zentrale Kontaktstelle eingerichtet.

„Ich bin von der großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Seelzerinnen und Seelzer überwältigt“, sagt Bürgermeister Alexander Masthoff. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten die Initiative ergriffen, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen oder bei ihrer Flucht aus dem Kriegsgebiet zu helfen. Dazu habe auch die Stadt Seelze zahlreiche Anfragen erhalten. 

Um diese Fragen und Informationen zu aktuellen oder geplanten Hilfsangeboten und zur Aufnahme von Geflüchteten zu kanalisieren und zu koordinieren, hat der Bürgermeister mit Carsten Herrmann, Leiter der Abteilung Soziale Leistungen, einen direkten Ansprechpartner benannt und eine zentrale Kontaktstelle einrichten lassen. Ein eigens geschaffenes Service-Telefon ist ab sofort montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 05137/828-477 erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter eingeschaltet, über den die Seelzerinnen und Seelzer ihre Anliegen schildern können. Außerdem können sie ihre Fragen, Anregungen und Hinweise per E-Mail an ukraine@stadt-seelze.de senden. Die Stadt Seelze sammelt dort alle Anfragen und wird den jeweiligen Bürgerinnen und Bürgern eine Rückmeldung zukommen lassen.

Allgemein rechnet die Stadt Seelze damit, dass in den nächsten Wochen Geflüchtete aus der Ukraine in Seelze in städtischen Unterkünften aufgenommen werden. „Wir bereiten erste Räume dafür vor“, sagt Carsten Herrmann. Bisher seien nur wenige Menschen aus dem Kriegsgebiet in Seelze eingetroffen, die allesamt privat bei Freunden oder Verwandten angekommen seien, berichtet er. Um eintreffenden Geflüchteten möglichst schnell und effizient helfen zu können, hoffe die Stadt Seelze aber schon jetzt, Übersetzerinnen und Übersetzer zu finden. „Wir suchen dafür gezielt Menschen mit ukrainischen Sprachkenntnissen“, betont der städtische Ansprechpartner. Diese könnten sich direkt bei ihm melden.

Der Ablauf der Aufnahme von Geflüchteten ist klar geregelt: Derzeit müssen die ankommenden Menschen aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine zwingend in der Landesaufnahmebehörde aufgenommen werden. Dort bestehen die Strukturen, um die passenden Anträge zum Asyl, zur Krankenversicherung und anderen wesentlichen Verfahren zu stellen und dort wird auch die Zuweisung zu den Kommunen koordiniert. Eine Einhaltung dieses Aufnahmeverfahrens ist die Grundlage für eine Bezugsberechtigung von Sozialleistungen.

„Es ist aber absehbar, dass es nicht lange dauern wird, bis diese Menschen auf die Kommunen verteilt werden“, sagt Alexander Masthoff. „Ich würde mich daher freuen, wenn wir von Seelzerinnen und Seelzern per E-Mail an ukraine@stadt-seelze.de möglichst detaillierte Angebote zu verfügbaren Wohnungen oder eine anderen Möglichkeiten zur Unterbringung erhalten. Wir prüfen dann die Angebote und kümmern uns zeitnah nach der Ankunft von Geflüchteten um die Unterbringung“, betont der Bürgermeister.

Bei der Organisation von Unterstützungsangeboten appelliert Alexander Masthoff an alle Seelzerinnen und Seelzer, möglichst koordiniert und gezielt vorzugehen. „Jedes Hilfsangebot ist wertvoll und wird geschätzt. Doch bitte unternehmen sie nichts auf eigene Faust“, richtet sich der Bürgermeister direkt an die Helferinnen und Helfer. „Die derzeit aufnehmenden Kommunen in den Anrainerstaaten wie Polen oder Rumänien stehen unter anderem mit den jeweiligen Partnerkommunen in Deutschland in Kontakt“, erläutert er. In Zusammenarbeit mit den großen Hilfsorganisationen würden diese für Hilfstransporte mit geschulten und ausgebildeten Kräften vor Ort sorgen. Diese Organisationen seien zudem europaweit vernetzt und hätten auch entsprechende Transport- und Passiererlaubnisse in Krisengebiete. Außerdem würden sehr viele Klein- und Kleinsttransporte die Straßen stark belasten, so dass Staus entstehen, bei denen gerade die großen Transporte von Hilfsorganisationen im Nachteil wären.

Daher ruft der Bürgermeister dazu auf, Sachspenden ausschließlich in Sammelstellen abzugeben, die entsprechend aufgestellt und vorbereitet sind und die mit seriösen Hilfsorganisationen kooperieren. Dabei sei es aber auch wichtig, bei den Sammelstellen nachzufragen, welche Sachspenden konkret benötigt werden. „Außerdem haben die Hilfsorganisationen und die betreffenden Partnerkommunen uns wissen lassen, dass dringend Geldspenden benötigt werden, um unter anderem die Transporte zu finanzieren oder vor Ort zu helfen“, sagt der Bürgermeister.

„Die großen Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass Geldspenden flexibler und effizienter eingesetzt werden können“, ergänzt Carsten Herrmann. Wichtig sei, dass auch für die Menschen im Kriegsgebiet in der Ukraine nur das gespendet wird, worum Betroffene und seriöse Organisationen gezielt bitten. Zu den seriösen Anbietern zählen unter anderem das „Bündnis Entwicklung Hilft“ und die „Aktion Deutschland Hilft“ als Zusammenschlüsse deutscher Hilfsorganisationen, die folgendes gemeinsames Konto für Geldspenden eingerichtet haben:

BEH und ADH
IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
BIC: COBADEFFXXX
Commerzbank
Stichwort: ARD/ Nothilfe Ukraine
www.spendenkonto-nothilfe.de

Darüber hinaus rufen unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, die SOS Kinderdörfer, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, Ärzte ohne Grenzen sowie die UNO-Flüchtlingshilfe zu Geldspenden auf, um den Menschen im Kriegsgebiet oder auf ihrer Flucht zu helfen. Die Bankverbindungen für Gelspenden an diese Organisationen finden sich auf den jeweiligen Internetseiten.
Zahlreiche Informationen für geflüchtete Menschen aus der Ukraine und für Bürgerinnen und Bürger, die sich um diese kümmern wollen, finden sich auf folgenden Internetseiten:

Bundesinnenministerium: 
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/ministerium/ukraine-krieg/faq-liste-ukraine-krieg.html 

Niedersächsisches Innenministerium:
https://www.mi.niedersachsen.de/startseite/themen/auslanderangelegenheiten/ukraine-allgemeine-informationen-und-haufig-gestellte-fragen-208999.html

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:
https://www.bamf.de/DE/Themen/AsylFluechtlingsschutz/ResettlementRelocation/InformationenEinreiseUkraine/informationen-einreise-ukraine-node.html

 

Hotline der Landesaufnahmebehörde

0511 - 7282 282 (Montag bis Donnerstag von 9:00 Uhr bis 15:30 Uhr und Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr)
Informationen zu Hilfsangeboten, aufenthaltsrechtlichen Fragen, Unterbringung, Sozialleistungen, medizinischer Versorgung. Darüber hinaus können Informationen und Kontakte u.a. zu Kommunen vermittelt werden. Landesaufahmebehörde Niedersachsen

 

Aktuelle und ergänzende Informationen zu den weiteren Entwicklungen zu diesem Thema wird die Stadt Seelze regelmäßig auf ihrer Internetseite www.seelze.de veröffentlichen.

Redaktioneller Hinweis: Inzwischen hat die Stadt Seelze für alle Geflüchteten eine Zentrale Anlaufstelle eingerichtet, über die die Aufnahme erfolgt und alle weiteren Schritte zum Aufenthalt und Leistungsbezug geregelt werden. Die Anlaufstelle im Rathaus Seelze, Rathausplatz 1, ist montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet. Termine für die Anlaufstelle vergibt die Stadt Seelze unter Telefon (05137) 828477 oder per E-Mail an ukraine@stadt-seelze.de