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Krieg in der Ukraine: Das Bürgerhaus Lohnde dient erneut als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete

Nach einer Zuweisung durch das Land Niedersachsen sind am Donnerstag 40 weitere Geflüchtete aus der Ukraine mit einem Bus in Seelze eingetroffen. Nach ihrer Registrierung in der Zentralen Anlaufstelle im Rathaus erhielten sie im Bürgerhaus Lohnde eine erste Unterkunft.

„Wir sind froh, dass wir erneut kurzfristig auf die Gemeinschaftsunterkunft im Bürgerhaus Lohnde zurückgreifen konnten“, sagt der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg. Bereits am 23. März, knapp vier Wochen nach Beginn des Krieges in der Ukraine, hatte die Stadt Seelze dort eine dringend benötigte Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet und noch am gleichen Tag die ersten 28 Geflüchteten in dem Gebäude aufgenommen. Nachdem die Stadt für diese Menschen relativ schnell Wohnungen und andere Unterkünfte gefunden hatte, stand die Gemeinschaftsunterkunft zuletzt für mehrere Wochen leer. Für den Fall einer erneuten Zuweisung vieler Menschen durch das Land Niedersachsen hatte die Stadt Seelze die Gemeinschaftsunterkunft jedoch weiter betriebsbereit gehalten.

„Angesichts der 40 nun angekommenen Geflüchteten zeigt sich, dass es absolut richtig war, die Einrichtung für die Unterbringung im Bürgerhaus Lohnde zu belassen“, betont Steffen Klingenberg. Die erneute Nutzung des Bürgerhauses zur vorübergehenden Unterbringung der Menschen sei unumgänglich „Wir sind der gesamten Dorfgemeinschaft Lohnde dafür und auch für das Verständnis und die große Hilfsbereitschaft in den vergangenen Wochen sehr dankbar“, hebt er hervor. Auch die jetzt aufgenommenen Menschen seien in Lohnde mit offenen Armen empfangen worden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Mitglieder des Ortsrates sowie der Feuerwehr Lohnde hätten bereits ihre Unterstützung angeboten und würden Hilfs- und Freizeitangebote für die Geflüchteten planen. 

Logistisch sei die Gemeinschaftsunterkunft in Lohnde nach wie vor gut aufgestellt, sagt Carsten Herrmann, Leiter der Abteilung Soziale Leistungen und Koordinator der städtischen Flüchtlingshilfe. In der Mehrzweckhalle finden die Erwachsenen und Kinder unterschiedlich großen, nach Familiengröße zugewiesenen Pavillion-Zelten Schlafplätze und Rückzugsmöglichkeiten. An mehreren Punkten sind Stühle und Tische als weitere Aufenthaltsbereiche gruppiert. In den Sanitärräumen im Untergeschoss stehen zudem vier Waschmaschinen zur Verfügung.

Auch die Versorgung mit Speisen und Getränken ist bereits organisiert. „Die Lebenshilfe gibt ab sofort täglich drei Mahlzeiten aus“, erläutert Carsten Herrmann. Für das Essen stehe einer der großen Sitzungsräume zur Verfügung, der zugleich als Aufenthaltsraum genutzt werden könne. Über einen Gebäudetechnik- und Sicherheitsdienst sei rund um die Uhr ein Ansprechpartner im Bürgerhaus. Zusätzlich seien regelmäßig Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Stadt Seelze vor Ort. Die Kinder könnten zudem nachmittags ab 16 Uhr den Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule samt der dortigen Spielgeräte nutzen.

Ziel der Stadt Seelze sei es selbstverständlich, die Menschen schnellstmöglich in Wohnungen oder vergleichbare kleinere Unterkünfte vermitteln und perspektivisch ganz auf die Gemeinschaftsunterkunft im Bürgerhaus verzichten zu können, unterstreicht Steffen Klingenberg. Zu diesem Zweck suche die Stadt Seelze weiterhin intensiv nach verfügbarem Wohnraum und sei für entsprechende Angebote dankbar. 

Für alle Fragen und Bedarfe von Geflüchteten, für Fragen und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern und Angebote zu verfügbarem Wohnraum hat die Stadt Seelze eine Zentrale Anlaufstelle (ZAS) eingerichtet. Unter anderem sucht die Stadt Seelze auch gezielt Menschen mit ukrainischen Sprachkenntnissen, die als Übersetzerinnen und Übersetzer helfen möchten. Das Service-Telefon ist montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr unter der Rufnummer (05137) 828477 erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter eingeschaltet. Außerdem nimmt die Zentrale Anlaufstelle Fragen, Anregungen und Hinweise per E-Mail an ukraine@stadt-seelze.de entgegen.

Aktuelle und ergänzende Informationen zu den weiteren Entwicklungen, zu aktuellen oder geplanten Hilfsangeboten und zur Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine veröffentlich die Stadt Seelze regelmäßig auf ihrer Internetseite www.seelze.de.