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Für 222 Menschen aus der Ukraine: Stadtverwaltung lobt großen Einsatz und Hilfsbereitschaft in ganz Seelze

Der Krieg in der Ukraine hat in ganz Seelze eine Welle der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete ausgelöst. Bei einem gemeinsamen Termin lobten Bürgermeister Alexander Masthoff, der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg und Kay-Uwe Kiene, Leiter des Fachbereichs Ordnung & Soziales, die zahlreichen privaten Unterstützungsangebote sowie den außergewöhnlichen Einsatz vieler Beschäftigter der Stadtverwaltung.

Bis zum vergangenen Montag seien bereits 222 Menschen aus der Ukraine in Seelze angekommen, sagte Bürgermeister Alexander Masthoff. 130 dieser Vertriebenen, die das Land seit dem Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine vor knapp fünf Wochen verlassen haben, seien zum Glück zu einem großen Teil bei Angehörigen, Bekannten oder engagierten Helferinnen und Helfern untergekommen. „Hier zeigt sich die große Hilfsbereitschaft der Seelzerinnen und Seelzer“, betonte der Bürgermeister.

Weiteren 77 Menschen habe die Verwaltung städtische oder teils kurzfristig angemietete Wohnungen zur Verfügung stellen können. Aktuell 15 Geflüchtete seien zudem in der in kurzer Zeit eingerichteten Gemeinschaftsunterkunft im Bürgerhaus Lohnde untergekommen. „Zum ersten Mal war damit in Seelze eine solche Sammelunterkunft erforderlich“, sagte der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg. Dabei sei die Stadt Seelze vor dem Beginn des Krieges in der Ukraine in Bezug auf verfügbaren Wohnraum für Geflüchtete sehr gut aufgestellt gewesen. Dies habe sich innerhalb weniger Wochen drastisch gewandelt. Dennoch bemühe sich die Stadtverwaltung sehr, den Aufenthalt der Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft so kurz wie möglich zu gestalten und unter anderem die dort aufgestellten Feldbetten gegen breitere und bequemere Betten auszutauschen. „Schließlich geht es hier nicht um ein logistisches Gut, das wir unterbringen müssen, sondern um Menschen, die zum Teil Schlimmes erlebt haben“, unterstrich Steffen Klingenberg.

Auch deshalb habe sich die Stadtverwaltung entschieden, im Bürgerhaus Lohnde eine vergleichsweise kleine Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 50 Menschen einzurichten, statt auf eine größere Sporthalle zu setzen. „Und wir stecken mitten in den Vorplanungen, weitere Gemeinschaftsunterkünfte auf `Stand-by` einzurichten. Wir werden sie aber erst aktivieren, wenn sie gebraucht werden“, ergänzte er. Für den Fall eines kurzfristigen zusätzlichen Bedarfs bereite die Stadtverwaltung den Bezug der Mehrzweckanlage in Harenberg vor, in der dann bis zu 30 Geflüchtete eine erste Unterkunft erhalten könnten. Der Ortsrat Harenberg, die Ortsfeuerwehr und die Dorfgemeinschaft seien hier bereits einbezogen und sehr engagiert. Gleiches gelte unter anderem für die Lohnderinnen und Lohnder. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Menschen so unterstützen“, hob Steffen Klingenberg hervor.

Ein großes Engagement für die Geflüchteten zeige sich auch bei den Beschäftigten der Stadtverwaltung. „Das Wichtigste dabei ist, dass wir den Menschen schnell und unbürokratisch helfen“, sagte der Erste Stadtrat. In der eigens geschaffenen Zentralen Anlaufstelle im Rathaus würden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die Geflüchteten täglich unter anderem über Hilfs- und Unterstützungsangebote, die Schulpflicht und Betreuungsmöglickeiten der Kitas sowie Impfangebote beraten und die Menschen in Wohnungen oder Unterkünfte bringen, erläuterte Kay-Uwe Kiene. Andere sorgten mit großem Einsatz dafür, zusätzlichen Wohnraum zu finden und einzurichten oder würden Angebote wie in dieser Woche begonnene Sprachkurse in Kooperation mit der Volkshochschule Calenberger Land oder das in der vergangenen Woche gestartete Willkommenscafé organisieren, zu dem alle Geflüchteten und Helfenden ab sofort dienstags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr in das im Jungendbildungshaus Letter eingeladen sind.

„Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten da über die Belastungsgrenze hinaus“, bemerkte der Erste Stadtrat angesichts dieses großen Einsatzes in vielen Bereichen. „Man fasst gar nicht, was in diesen fünf Wochen alles geschehen ist“, blickte er zurück. Dies gehe vielen Beschäftigten der Stadtverwaltung so – unter anderem in Gesprächen mit Frauen und Kindern, die im Krieg und auf der Flucht oft Schlimmes erlebt haben. „Das ist dann auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hohe Belastung“, betonte Bürgermeister Alexander Masthoff. 

Aus all diesen Gründen seien sie stolz und dankbar, dass sich insbesondere die Beschäftigten des Fachbereichs Ordnung & Soziales sowie zahlreiche weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung so sehr für die Geflüchteten engagieren, unterstrich Steffen Klingenberg. Zusammen mit dem starken privaten Engagement sei Seelze aktuell gut aufgestellt. „Ich finde, das haben wir alle gemeinsam bisher sehr gut gemacht“, sagte Bürgermeister Alexander Masthoff.

Die Stadt Seelze sucht weiterhin Wohnungen sowie Übersetzerinnen und Übersetzer

„Das Angebot an Wohnungen kann nie groß genug sein“, sagte Bürgermeister Alexander Masthoff angesichts der hohen Zahl Geflüchteter aus der Ukraine, die meist kurzzeitig eine Bleibe benötigen. Deshalb sei die Stadtverwaltung für jedes Angebot eines Wohnraums dankbar. Mit privaten Eigentümern einzelner Wohnungen führe die Stadt Seelze aktuell ebenso Gespräche wie mit den Wohnungsgenossenschaften und anderen größeren Anbietern. „Wir brauchen außerdem auch Menschen, die uns helfen, in die ukrainische oder russische Sprache zu übersetzen,“, betonte der Bürgermeister.
Für alle Fragen und Bedarfe von Geflüchteten sowie für Fragen, Anregungen und Angebote von Bürgerinnen und Bürgern hat die Stadt Seelze eine zentrale Kontaktstelle eingerichtet. Das Service-Telefon ist montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr unter der Rufnummer (05137) 828477 erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter eingeschaltet. Außerdem nimmt die Kontaktstelle Fragen, Anregungen und Hinweise per E-Mail an ukraine@stadt-seelze.de  entgegen.

Aktuelle und ergänzende Informationen zu den weiteren Entwicklungen, zu bestehenden oder geplanten Hilfsangeboten und zur Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine veröffentlicht die Stadt Seelze regelmäßig auf ihrer Internetseite www.seelze.de.