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Erweiterung des Gymnasiums: 72 Bäume und Sträucher müssen weichen – und werden dreifach ersetzt

Die umfangreiche Erweiterung des Georg-Büchner-Gymnasiums (GBG) beginnt. Um Platz für die Einrichtung der Baustelle, den geplanten Neubau in zwei Abschnitten sowie den Abriss des bestehenden Südflügels zu schaffen, müssen auf dem Schulgelände ab Sonnabend, 29. Januar, insgesamt 72 Bäume und Großsträucher weichen. Die Stadt Seelze bittet dafür um Verständnis – und plant, die dreifache Anzahl an Bäumen und Sträuchern neu zu pflanzen.

„Wir bedauern sehr, dass wir die Bäume und Sträucher nicht erhalten können“, sagt Stadtbaurat Dirk Perschel. Doch für die bevorstehende Erweiterung des Gymnasiums seien die Fällungen beziehungsweise Rodungen unumgänglich. Bei einem Ortstermin haben sich Mitglieder des Ratsausschusses für Bau und Umwelt sowie des Ortsrates Letter einen Eindruck von der Situation verschafft, zahlreiche Informationen zu dem Bauvorhaben erhalten und insgesamt Verständnis für die erforderlichen Fällungen der größeren und kleineren Bäume sowie die Rodungen der Sträucher gezeigt.

Auch mit der Schulleitung des Georg-Büchner-Gymnasiums hat die Stadtverwaltung die bevorstehenden Arbeiten eingehend besprochen. Die Fällungen und Rodungen sollen demnach am Sonnabend, 29. Januar, beginnen und voraussichtlich rund eine Woche andauern. Einige der Bäume und Sträucher können allerdings zunächst erhalten werden, bevor sie mit dem weiteren Fortschritt der Bauarbeiten voraussichtlich im Januar 2023 ebenfalls entfernt werden müssen.

„Als Ersatz sollen auf dem neu gestalteten Schulgelände junge 72 Bäume und Sträucher gepflanzt werden“, betont Dirk Perschel. Sechs weitere Neuanpflanzungen seien im Bereich des Schulgartens geplant. Außerdem sollen als zusätzlicher Ersatz im weiteren Stadtgebiet rund 140 weitere Bäume und Sträucher gepflanzt werden. „Dafür suchen wir aktuell noch nach geeigneten Flächen“, erläutert der Stadtbaurat. In die Planungen sei auch Seelzes Naturschutzbeauftragter Willi Raabe einbezogen. Insgesamt werde auf diese Weise jeder gefällte Baum oder Strauch absehbar durch drei neue Pflanzen ersetzt. Damit folgt die Stadt Seelze einem entsprechenden Ratsbeschluss zum Vorgehen bei derartigen Fällungen.

Hintergrund für die geplante Erweiterung des Georg-Büchner-Gymnasiums mit mehr als 1300 Schülerinnen und Schülern ist der aktuell bereits akute Raummangel. Dieser Raumangel ergab sich zum einen durch die vom Land Niedersachsen beschlossene und bereits erfolgte Umstellung auf das Abitur nach dem 13. Schuljahr. Dadurch benötigt das Gymnasium dauerhaft Platz für einen kompletten zusätzlichen Jahrgang. Zum anderen besteht ein zusätzlicher Raumbedarf durch die auch in den nächsten Jahren weiter steigenden Schülerzahlen – auch bedingt durch die stetig wachsenden Einwohnerzahlen in Seelze und eine anhaltend hohe Attraktivität des Gymnasiums als Schulform.
Um den Raumbedarf auch perspektivisch einschätzen zu können und um zu erfahren, ob auf dem vorhandenen Schulgrundstück eine bauliche Erweiterung möglich ist, hatte die Stadt Seelze bereits im November 2018 eine Bedarfsplanung beauftragt. Dabei ergab die bauliche Bestandsanalyse des Südflügels, dass ein Neubau günstiger und effektiver als eine Sanierung dieses rund 55 Jahre alten Gebäudetraktes ist. Nach einem Beschluss des Rates der Stadt Seelze und einem EU-weiten Vergabeverfahren begannen im Oktober 2020 die konkreten Planungen für die Erweiterung des GBG.

Voraussichtlich im Sommer 2022 sollen die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt des Neubaus auf dem südwestlichen Schulgelände beginnen. Etwa ein Jahr später soll der Abriss des Südflügels erfolgen, durch den 17 vorhandene Unterrichtsräume wegfallen. Anschließend starten an gleicher Stelle die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Neubaus samt dem angrenzenden, in weiten Teilen gläsernen Foyer, das die beiden neuen Gebäudeteile miteinander verbinden soll.

In dem Neubau sind insgesamt 28 Unterrichtsräume, sechs Differenzierungsräume, zehn Fachunterrichtsräume sowie mehrere weitere Räume für Ganztagsangebote, Besprechungen und Arbeitsräume, etwa für Schülervertretungen und den Sanitätsdienst, geplant. Zudem zieht die gesamte Schulverwaltung in den Neubau, wodurch sich auch im Altbau des Gymnasiums neue Nutzungen und Verschiebungen ergeben. Als Ausweichmöglichkeit während der Bauarbeiten steht dem GBG bereits seit Frühjahr 2021 ein Interimsgebäude auf dem südöstlichen Schulgelände zur Verfügung. 

Insgesamt rechnet die Stadt Seelze aktuell mit Kosten in Höhe von rund 45 Millionen Euro für die umfangreiche und deutlich erkennbare Umgestaltung des Gymnasiums. Um das Vorhaben insbesondere auch den Nachbarinnen und Nachbarn des Gymnasiums näher zu bringen, plant die Stadt Seelze für Ende März oder im April und damit deutlich vor dem Beginn der Bauarbeiten eine Informationsveranstaltung für alle Anliegerinnen und Anlieger. Den genauen Termin und Ort wird die Stadt Seelze rechtzeitig unter anderem auf ihrer Internetseite www.seelze.de bekanntgeben.