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Erweiterung der Regenbogenschule: Vier Bäume müssen für Modulbau weichen

Die Planungen zur Erweiterung der Regenbogenschule kommen voran: Für den Bau eines Interimsgebäudes, das voraussichtlich im Mai auf dem südlichen Schulhof entstehen und Platz für zwölf Klassen bieten soll, müssen nach eingehender Planung allerdings vier Bäume gefällt werden. Als Ersatz sollen unter Beteiligung der Kinderkonferenz der Regenbogenschule neue Bäume gepflanzt werden.

„Auf dem Schulhof der Regenbogenschule wird ein Interimsgebäude in Modulbauweise entstehen, welches während der Sanierungsarbeiten im Altbau der Regenbogenschule einen adäquaten Klassenraumersatz bietet“, erläutert Michael Pietsch, Leiter des Teams Grundschulen der Stadt Seelze, die Hintergründe. Das Interimsgebäude benötige rund 1200 Quadratmeter Brutto-Grundfläche und umfasse neben den zwölf Klassenräumen auch zwei Differenzierungs- beziehungsweise Gruppenräume, Sanitäranlagen und Nebenräume.

Visualisierung Interimsgebäude (Architekturbüro Höhlich und Schmotz)

 

„Aufgrund der Größe des Interimsgebäudes kommt auf dem zur Verfügung stehenden Grundstück der Regenbogenschule nur der südliche Schulhofbereich als Standort in Frage“, betont Michael Pietsch. Die Stadt Seelze habe gemeinsam mit dem planenden Architekturbüro und im Austausch mit der Schulleitung und dem Naturschutzbeauftragten Willi Raabe viele verschiedene Varianten und Positionen des Interimsgebäudes geprüft und sieht nur eine Möglichkeit, das Gebäude auf der vorhandenen Fläche zu errichten. Dafür müssen bedauerlicherweise vier Amerikanische Roteichen im nördlichen Bereich dieser Fläche gefällt werden. 

„Schlussendlich bot sich nach allen erfolgten und sehr intensiven Prüfungen keine Alternative“, sagt Michael Pietsch. Die Stadtverwaltung habe zuletzt am vergangenen Montag unter Beteiligung eines Baumsachverständigen noch einmal geprüft, ob eine Bebauung der südlichen Grundstücksgrenze möglich wäre. Dagegen sprachen unter anderem mehrere baurechtliche Gründe. Doch selbst bei einer Nutzung dieser Fläche im Bereich der Hecke würde das Interimsgebäude nur zwei bis drei Meter nach Süden gerückt und stünde nur rund zwei Meter von den Baumstämmen entfernt, so dass die Krone der Bäume und einige der stärksten Wurzeln weitgehend zurückgeschnitten werden müssten und die Bäume dadurch nach Einschätzung des Baumsachverständigen zu stark geschädigt würden.

Auch ein Einbeziehen des südlich an den Schulhof angrenzenden Grundstücks kommt für eine Erweiterung der Fläche für den Interimsbau nicht in Frage. Dieses Grundstück ist im Bebauungsplan als Zuwegung zur Erschließung für die östlich gelegenen Mehrfamilienhäuser sowie für öffentliche Kraftfahrzeug-Stellplätze ausgewiesen. Außerdem befindet sich dort eine Wertstoffsammelstelle. Eine Überplanung dieses Grundstücks oder auch nur einzelner Bereiche dieses Grundstücks ist daher nach dem geltenden Baurecht nicht zulässig, da über die Fläche ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht für die dahinterliegenden Wohnhäuser besteht und es 
dementsprechend nicht überbaut werden darf. Vor einer Überplanung auch nur eines Teils dieser Fläche – etwa im Bereich der aktuellen Wertstoffsammelstelle und der Stellplätze im nördlichen Bereich dieses Grundstücks – müsste eine Änderung des Bebauungsplans erfolgen. Dies würde aufgrund der erforderlichen Dauer der planungsrechtlichen Schritte bis zur politischen Beschlussfassung zu erheblichen Verzögerungen für die dringend erforderliche Errichtung des Interimsgebäudes und damit der gesamten Sanierung der Grundschule führen und zudem geltende Rechte der Anwohnerinnen und Anwohner einschränken. 

Als Teil der Gestaltung des neuen Schulgeländes sind zahlreiche neue Baumstandorte vorgesehen. Die Stadt Seelze hat dazu bereits Landschaftsarchitekten des Büros GrünPlan mit einem "Workshop zur Freianlagenplanung" beauftragt und würdigt damit auch das große Engagement der Kinderkonferenz der Regenbogenschule, die sich sehr für den Erhalt der vorhandenen Bäume auf dem Schulhof einsetzt. Bei diesem Workshop sollen die Schülerinnen und Schüler der Regenbogenschule die Möglichkeit erhalten, mit Spezialisten zur Freianlagenplanung in den Dialog zu gehen und sich an der Neugestaltung des Schulhofs aktiv zu beteiligen.

 

 (Lageplan mit Legende als PDF)