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Baumpflege: Bruchgefährdete Weide im Bürgerpark muss stark zurückgeschnitten werden

Aktuell erfolgen im gesamten Stadtgebiet umfangreiche Baumpflegearbeiten. Dies betrifft auch eine alte und imposante Weide im Bürgerpark Seelze, die absehbar auseinanderzubrechen droht. Um diesen prägnanten, allein stehenden Baum erhalten zu können, muss er in den nächsten Tagen stark zurückgeschnitten werden.

„Der Stamm ist von einer Seite sehr hohl und der Baum ist dadurch extrem bruchgefährdet“, erläutert Sybille Brenner von der städtischen Abteilung für Klima, Umwelt & Friedhöfe. Die Vitalität der Weide sei derzeit sehr gut, die Stabilität des Stammes dagegen aber sehr kritisch zu sehen, da das hohe Eigengewicht der Baumkrone von dem morschen Holz absehbar nicht mehr gehalten werden könne. „Deswegen muss die Krone der Weide radikal zurückgeschnitten werden. Das ist keine Fällung, sondern eine Kappung zur Gewichtsreduzierung, um den Baum zu bewahren“, betont sie. Unabhängig vom damit angestrebten Erhalt des Baumes sei dies auch aus Gründen der Gefahrenabwehr und der Verkehrssicherungspflicht der Stadt Seelze geboten, da der Bereich nicht ausreichend abgesperrt werden kann und ein Bruch auch deshalb verhindert werden muss.

Der Rückschnitt des Baumes mit einer Gesamthöhe von rund zehn bis 15 Metern und etwa 15 bis 18 Metern Kronenbreite soll bis Ende Februar erfolgen. „Im direkten Umfeld wurde jetzt eine Sträucherfläche mit rotem Hartriegel zur Verjüngung auf den Stock gesetzt. Dadurch ist der Baum jetzt von allen Seiten gut zugänglich“, sagt Sybille Brenner. In die Planungen der bevorstehenden Baumpflegearbeiten sei – wie immer bei derartigen Vorhaben – auch der Naturschutzbeauftragte Willi Raabe einbezogen worden.

Vor einigen Jahren sei die Weide mit einem Stammumfang von aktuell rund fünf Metern schon einmal in der Krone gekappt worden, da der Stamm seit Langem sehr hohl ist. Diesen Pflegeschnitt habe der erhaltenswerte Baum mit einem Lebensalter von mindestens 40 bis 50 Jahren gut vertragen, befindet Sybille Brenner. Daher gehe sie davon aus, dass der Baum auch nach dem erneuten Rückschnitt schnell viele neue Zweige austreiben wird und somit für viele weitere Jahre als Blickfang für Erholungssuchende im Bürgerpark sowie als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Tiere erhalten werden kann.

An vielen Orten im Stadtgebiet erfolgt aktuell eine Gehölzpflege

Das Winterhalbjahr ist die klassische Zeit für umfangreiche Gehölzpflegearbeiten. Beschäftigte des städtischen Betriebshofs sowie beauftragter Fachbetriebe schneiden zu diesem Zweck den gesetzlichen Vorgaben entsprechend bis Ende Februar in der freien Landschaft und in den folgenden Wochen auf innerörtlichen städtischen Flächen zahlreiche Bäume und Sträucher zurück. Weitere Gehölzpflegearbeiten erfolgen zeitgleich durch das Land Niedersachsen, die Region Hannover und andere Behörden unter anderem an Bundes, Landes- und Kreisstraßen.

„Die Arbeiten dienen unter anderem der Jungerhaltung der Gehölze“, erklärt Sybille Brenner von der städtischen Abteilung für Klima, Umwelt & Friedhöfe. „Dies ist somit eine Form der Landschaftspflege, denn insbesondere die Hecken und Sträucher vergreisen sonst umso mehr“, ergänzt sie. Gleichzeitig komme die Stadt Seelze mit den Arbeiten ihrer Verkehrssicherungspflicht nach. Die Bruch- und Umsturzgefahr von Bäumen werde reduziert und Totholz, das ansonsten auf Passantinnen und Passanten herabzufallen drohe, werde entfernt. Zudem würden Gehölzüberhänge zurückgeschnitten, um unter anderem das sogenannte Lichtraumprofil herzustellen und dadurch die ungehinderte Durchfahrt von Fahrzeugen unter den überhängenden Ästen zu ermöglichen.

Der Rückschnitt werde von den Pflanzen meist gut verkraftet und diene in der Regel der Vitalität. „Vor allem Weiden, aber auch Schlehen und Hartriegel erholen sich selbst bei stärkeren Rückschnitten relativ schnell“, sagt Sybille Brenner. Der Grünschnitt kommt unter anderem dem Umweltschutz zugute: Aus einem Teil der abgesägten Äste und Zweige stellen die Beschäftigten des Betriebshofs auf ausgewählten Flächen sogenannte Totholz- oder auch Benjes-Hecken als Lebensraum, Nistplatz und Unterschlupf für zahlreiche Tierarten her.