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16 junge Spitzahornbäume stehen ab sofort an den Böhmschen Wiesen

16 junge Bäume der Sorte Säulenförmiger Spitzahorn stehen seit einigen Tagen an der Straße Böhmsche Wiesen. Beschäftigte eines beauftragten Fachbetriebs pflanzten die als robust und insektenfreundlich eingestuften Blütenbäume als Ersatz für die im Februar gefällten Zierbirnen.

„Ich bin überzeugt, dass dies der beste Baum in dieser Lage und in diesem Umfeld ist“, sagte Seelzes ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter Willi Raabe. Nach einem sehr konstruktiven Austausch habe er sich mit den Beschäftigten der für die Straßenbäume zuständigen Abteilung Mobilität und Entwässerung der Stadt Seelze auf diese Baumsorte verständigt. Der Säulenförmige Spitzahorn gilt als hitze- und trockenheitsverträglich, windfest und sehr frosthart sowie als Blütenbaum und Bienengehölz als sehr insektenfreundlich.

Die Spitzahornbäume stehen in den Beeten an der Fahrbahn an gleicher Stelle, an der die Stadt Seelze im Februar 16 Zierbirnen hatte fällen lassen. Die Zierbirnen, die nach Einschätzung der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz eine geringe Eignung als Straßenbaum aufweisen, hatten mit ihrem massiven Fruchtfall unter anderem für ein sehr großes Aufkommen von Wespen sowie eine erhöhte Rutschgefahr auf der Fahrbahn und dem Gehweg gesorgt. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohnern hatten sich über Jahre darüber beschwert und gefordert, die Bäume zu entfernen. Andere Bürgerinnen und Bürger sowie einige Mitglieder des Rates der Stadt Seelze hatten die Fällungen dagegen kritisiert – und Willi Raabe hatte bemängelt, dass er nicht im Vorfeld der Fällungen einbezogen worden war. Allerdings betonte der Naturschutzbeauftragte, dass auch er sich heute nicht mehr für Anpflanzungen von Zierbirnen in Wohnstraßen aussprechen würde. Bei der Wahl der neuen Baumsorte sei er zudem unter anderem bei mehreren Ortsterminen stets einbezogen worden.
„Für jede gefällte Zierbirne haben wir hier einen neuen Baum gepflanzt“, betonte Forstingenieur Matthias Kuhlmann von der Abteilung Mobilität und Entwässerung. „Auch ich habe für den Säulenförmigen Spitzahorn gestimmt“, hob Willi Raabe hervor. Von der Wuchsform ähnele diese Baumsorte den in anderen Pflanzbeeten bereits stehenden Säulen-Hainbuchen. „Nur die Blattfarbe ist unterschiedlich“, erklärte er. Dies werde auch im Herbst zusätzlich deutlich, da die Blätter des Säulenförmigen Spitzahorns dann eine goldgelbe Färbung aufzeigen, während die Blätter der Säulen-Hainbuchen braun erscheinen. 

Die Ästhetik sei an Straßen jedoch nur einer von vielen Aspekten, die bei derartigen Baumpflanzungen berücksichtigt werden sollten, erläuterte Matthias Kuhlmann. Weitere zu beachtende Punkte seien Leitungen und Kabel, die im Umfeld der Anpflanzungen verlaufen, sowie die Trockenheit oder Feuchtigkeit am jeweiligen Ort, die Licht- und Wärmeabstrahlung von Gebäuden, die Salzresistenz der jeweiligen Bäume und deren Resistenz gegen Schädlinge wie Pilze und einige Insekten.

Damit die rund zwölf bis 15 Jahre alten Spitzahornbäume für ihren neuen Standort optimal vorbereitet sind, seien sie bereits dreimal verschult, also umgepflanzt, worden. Dadurch verfügen sie im Nahbereich ihres Stammes über besonders gut und dicht ausgebildete Wurzeln. Außerdem würden die Stämme noch einen Anstrich mit einem weißen, mitwachsenden Sonnenschutz sowie einen Gießrand aus Kunststoff erhalten, sagte Matthias Kuhlmann. Denn obwohl der Säulenförmige Spitzahorn als trockenheitsverträglich gilt, werde er im Sommer zusätzlich mit Wasser versorgt. „Wässern wollen wir hier auf jeden Fall, um den Bäumen hier einen guten Start zu geben“, betonte der städtische Forstingenieur.