Gutachten belegt erhebliche Auswirkungen der "Neuen Mitte" Garbsen/ Weitere Moderation durch die Region erwünscht

09.02.2007

Das von den Städten Hannover, Langenhagen, Neustadt und Seelze zur Auswirkung des Einkaufzentrums "Neuen Mitte Garbsen" in Auftrag gegebene Gutachten liegt vor. Die Ergebnisse sagen für die Städte zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen der bestehenden Einzelhandelsstandorte voraus. Am stärksten wird Seelze, am geringsten Langenhagen von dem geplanten Einkaufszentrum betroffen sein. Die Städte wollen die Region Hannover auf Grundlage der neuen Erkenntnisse bitten, ein weiteres Moderationsverfahren im Vorfeld der konkreten Planungen durchzuführen.

Bereits im Jahr 2005 hatte die Region auf Wunsch der Stadt Garbsen ein solches Moderationsverfahren auf der Grundlage der Planungen des Investors Sonae Sierra und eines Gutachtens der GfK, Gesellschaft für Konsumforschung, initiiert. Das Verfahren hatte dazu geführt, dass die Verkaufsfläche auf 19.650 Quadratmeter begrenzt wurde, so dass keine besonders erheblichen Beeinträchtigungen der Einzelhandelsstandorte in den Nachbarstädten zu erwarten seien, so die Argumentation. Sowohl in Neustadt und Seelze als auch für Versorgungsstandorte in Langenhagen und Hannover bestanden Zweifel an dieser Argumentation.

Im August vergangenen Jahres wurde daher die GMA, Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung aus Ludwigsburg von den vier Städten gemeinsam beauftragt, die Situation noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Seelzer Zentrum, so ein Ergebnis, ist mit einer Umverteilung des Umsatzes von sieben bis acht Prozent zu rechnen,, in einigen Sortimenten sogar mit bis zu 20 Prozent. "Betriebsschließungen und Geschäftsleerstände in erheblichem Umfang sind daher anzunehmen", bescheinigt die GMA. Städtebauliche Beeinträchtigungen sind auch im Nebenzentrum Letter zu befürchten. Für Neustadt ist beim innerstädtischen Einzelhandel mit Umsatzverlusten von ebenfalls sieben bis acht Prozent zu rechnen, in mehreren Teilsortimenten wie im Textilsektor wird der städtebaulich relevante Schwellenwert von zehn Prozent deutlich überschritten. Bestandsgefährdungen schließen die Gutachter daher nicht aus.

In Hannover ist vor allem das Nahversorgungszentrum "Große Pranke" in Marienwerder betroffen. Umsatzrückgänge von sieben Prozent, im Textilbereich bis 14 Prozent werden als Folge der "Neuen Mitte" gesehen, Bestandsgefährdungen inklusive. Die Innenstadt Hannovers und das Stadtteilzentrum in Stöcken müssen mit Umsatzverlusten von durchschnittlich ein bis zwei Prozent rechnen. In einzelnen Branchen wie Elektrowaren, Optik, Uhren und Schmuck werden jedoch Umsatzumverteilungen von 5-11% für wahrscheinlich gehalten. Von drei bis vier Prozent Rückgang bei den Umsätzen gehen die Gutachter auch für die Innenstadt Langenhagens und den Einzelhandel an der Walsroder Straße aus. Besonders betroffen wird hier vor allem der Bereich Schmuck und Uhren sein, meinen die Fachleute.

Auffällig aus Sicht der Gutachter ist darüber hinaus das eher unüblich niedrige Verhältnis der Verkaufsfläche von 19.650 Quadratmetern zur Bruttogeschossfläche von 50.000 Quadratmetern. Die GMA bezeichnet das Planvorhaben insgesamt als überdimensioniert zur Beseitigung der in Garbsen vorhandenen Angebotsdefizite; das Einkaufszentrum ist darüber hinaus nicht mit den Zielen der Raumordnung vereinbar. Gemeinsam betonen die betroffenen Städte Seelze, Neustadt, Langenhagen und Hannover, dass sie sich in die Stadtentwicklung Garbsens nicht "ohne Not" einmischen wollen - aber dort Handlungsbedarf sehen, wo ihre eigenen Zentren nachhaltig Schaden zu nehmen drohen. Einem künftigen Bebauungsplan mit der bekannten Verkaufsfläche und dem angestrebten Sortiment stehen sie deshalb ablehnend gegenüber.

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