„Alter Krug“ soll Standort des Heimatmuseums und des Stadtarchivs werden

26.01.2017

Die historische Gaststätte „Alter Krug“ soll neuer Standort des Heimatmuseums Seelze sowie des Stadtarchivs werden – das schlägt die Stadtverwaltung dem Rat der Stadt vor.

Hintergrund der Umzugspläne sind die entfallenden Räume für das Stadtarchiv sowie von Lagerflächen für das Museum.

Im Zuge der Schulneu- und Schulumbauten in Seelze und Letter entfällt künftig die Nutzung von Räumlichkeiten für das Stadtarchiv und von Lagermöglichkeiten des Museumsvereins. Bei der Suche nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten zeichnete sich ab, dass eine räumliche Nähe des Archivs zum Rathaus gegeben sein sollte, gleichzeitig aber auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Archiv und Museum besteht. Deshalb zog es die Stadtverwaltung in Betracht, die ehemals als Gaststätte und als Wohnraum genutzten Bereiche im Objekt „Alter Krug“ anzumieten. Die Räumlichkeiten grenzen direkt an das bereits angemietete Veranstaltungszentrum an. Zusätzlich zur Schaffung des vorzuhaltenden Stadtarchivs und der Nutzung von dort vorhandenen Lagerräumen würde ein Gesamtkonzept aus Archiv, Museum (mit Tageskaffee) und Veranstaltungszentrum den ortsbildprägenden Bereich voraussichtlich deutlich aufwerten und zukünftig zur Belebung und Stärkung des Standortes beitragen.

Das Heimatmuseum Seelze, betrieben vom Museumsverein für die Stadt Seelze e.V., befindet sich aktuell in einem Fachwerkhaus an der Straße Im Sande im Stadtteil Letter. Die Stadt Seelze hat zum 1. September 1990 Räume in dem Gebäude für das Museum angemietet. Der Museumsverein für die Stadt Seelze e.V. baute dort ein Heimatmuseum für die Stadt Seelze auf. Das Heimatmuseum hat seitdem stetig an Bedeutung und überregionaler Anerkennung gewonnen. Für den Zeitraum 2007 bis 2014 und erneut für 2016 bis 2022 ist das Museum mit dem Gütesiegel des Museumsverbands Niedersachsen-Bremen ausgezeichnet worden.
Der Mietvertrag für den aktuellen Standort Im Sande 14 ist zuletzt bis zum 31. August 2018 verlängert worden. Zusätzlich zu den von der Stadt gemieteten Räumen mit rund 105 Quadratmetern Nutzfläche hat der Museumsverein mit dem Eigentümer am 29. Februar 2000 einen Mietvertrag über die Nutzung weiterer Räume mit etwa 40 Quadratmetern Fläche geschlossen. Auch dieser Vertrag läuft bis zum 31. August 2018.

Der Museumsbetrieb im Fachwerkhaus Im Sande stößt jedoch zunehmend an Grenzen. Auf Grund der geringen Lagerkapazitäten Im Sande nutzt das Heimatmuseum zusätzlich den Dachboden in der Brüder-Grimm-Schule sowie einen weiteren Raum im Alten Rathaus in Letter. Beide Räumlichkeiten stehen in Folge des geplanten Neubaus der Brüder-Grimm-Schule und des Verkaufs des Alten Rathauses Letter kurz- und mittelfristig nicht mehr zur Verfügung.

Das Stadtarchiv der Stadt Seelze befindet sich seit 1988 in einem Nebengebäude der Grundschule Seelze, Humboldtstraße 10. Auf Grund eines Ratsbeschlusses, nach dem das Gelände für den erhöhten Raumbedarf der Regenbogenschule überplant wird, benötigt das Stadtarchiv neue Räume. Mangels geeigneter Räume im Gebäudebestand der Stadt bietet sich ein Umzug in angemietete Räume an.

Aus den angeführten Gründen schlägt die Verwaltung vor, das Stadtarchiv und das Heimatmuseum in der historischen Gaststätte „Alter Krug“ als neuem, gemeinsamen Standort zusammenzuführen. In dem Gebäude befand sich bis Mai 2013 ein griechisches Restaurant. Aktuell dient der frühere Gastronomiebereich im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk sowie der Keller befristet als Lager eines nahe gelegenen Sanitätshauses. Die Dachgeschosswohnung steht leer.

Nach Ortsterminen und vertiefenden Gesprächen mit Vertretern der Eigentümer des Komplexes, des Museumsvereins und des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen scheint das historische Fachwerkgebäude sehr gut für den Museumsbetrieb sowie die Funktion als Stadtarchiv geeignet zu sein. Das Gebäude liegt in zentraler Lage mitten in Seelze. Das Erdgeschoss mit rund 100 Quadratmetern Fläche zuzüglich bestehender Sanitäranlagen sowie das erste Stockwerk mit rund 150 Quadratmetern Fläche bieten reichlich Ausstellungsraum für das Heimatmuseum. Räume im Keller bieten sich zudem als Lager für die Sammlung des Museums und für die Werkstatt an.

Die Dachgeschosswohnung im zweiten Stockwerk erfüllt auch Sicht der Stadtverwaltung mit fast 200 Quadratmetern Fläche und vorhandenen Sanitärräumen gute Voraussetzungen für einen neuen Standort des Stadtarchivs. Die Räume sind von den übrigen Bereichen getrennt und könnten unabhängig vom Museumsbetrieb vom Treppenhaus aus über eine verschlossene Tür erreicht werden.

Als Rettungsweg für das geplante Stadtarchiv ist der Ausbau einer metallenen Außentreppe, die bisher bis in das erste Stockwerk reicht, bis zum Dachgeschoss erforderlich. Als weitere Neuerung soll für den Museumsbetrieb im ersten Stockwerk ein Durchbruch zum benachbarten Veranstaltungszentrum Alter Krug erfolgen. Menschen mit Beeinträchtigungen könnten dort den vorhandenen Aufzug des Veranstaltungszentrums nutzen. Im ersten Stockwerk des Veranstaltungszentrums soll zusätzlich ein sogenannter Rollstuhllift eingebaut werden, über den ein Höhenunterschied von knapp 40 Zentimetern zum ersten Stockwerk des „Alten Krugs“ überwunden werden kann. Damit würde ein barrierefreier Zugang zu allen Ausstellungsbereichen des Museums ermöglicht. Die städtische Behindertenbeauftrage hatte bei einem Ortstermin keine Einwände gegen diese Lösung.

Außerdem ist für das Erdgeschoss die Einrichtung eines Museumscafés geplant. Dieses Café in einem vorderen Raum im Alten Krug soll zu den Öffnungszeiten des Museums für Gäste zugänglich sein und möglichst von einem externen Anbieter betrieben werden. Eine attraktive Außenbestuhlung ist vorgesehen, die dazu beitragen soll, den zentral gelegenen Platz vor dem „Alten Krug“ insbesondere an Wochenenden zu beleben.

Die Vertreter der Eigentümergesellschaft haben zugesagt, alle notwendigen Bauarbeiten selbst zu beauftragen und die nötigen Investitionen – unter anderem für Elektroinstallationen, Malerarbeiten, Türen und Zargen, Rückbauten sowie Umbauten im Obergeschoss – ohne Aufschlag auf den Mietpreis zu tragen. Zwei Architekten haben dazu im Auftrag der Eigentümergesellschaft bereits Kostenschätzungen erstellt.

Der Eigentümer stellt für den „Alten Krug“ als Standort des Heimatmuseums und des Stadtarchivs einen Mietpreis von 3,67 Euro je Quadratmeter in Aussicht, sofern zeitgleich mit dem Mietvertrag für die Nutzung des „Alten Krugs“ der bestehende Mietvertrag für das benachbarte Veranstaltungszentrum Alter Krug für den gleichen Zeitraum verlängert wird. Die Dauer der jeweiligen Mietverträge soll zehn Jahre betragen. In beide Verträge sollen Verlängerungsoptionen für weitere zwei mal fünf Jahre aufgenommen werden.
Die Anmietung des Alten Kruges hätte neben den zuvor beschriebenen Punkten folgende Vorteile: Auf die teurere Anmietung von Ersatzfläche für die wegfallenden Lagerflächen des Heimatmuseums in der Brüder-Grimm-Schule und im Alten Rathaus sowie für den neuen Standort des Stadtarchivs kann verzichtet werden. Außerdem würde der Seelzer Ortskern und insbesondere die Außenfläche vor dem Alten Krug deutlich belebt. Dies ist seit Langem eine Forderung des Ortsrates und der Anlieger.
 

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